Der analytische Verstand

Warum leben und handeln wir anders als zum Beispiel Tiere? Es ist die Fähigkeit analytisch zu denken und sich bewusst selbst zu lenken, die uns ermöglicht, dass wir dazu lernen können.

Der analytische Verstand, auch bewusster Verstand genannt, ist der «Sitz» der willentlichen Handlungen und er ist das wichtigste Werkzeug des Thetans. Er ist eine Steuereinheit, die in jedem Augenblick Wahrnehmungen der Gegenwart mit Erinnerungen verknüpft und dabei versucht, Lösungen für die nahe oder ferne Zukunft zu kreieren. Der analytische Verstand nimmt die Daten der Vergangenheit, schätzt sie ein und entwickelt daraus Lösungen.

Jeder überlegten Handlung geht also ein gewisser Denkprozess voraus, der die entsprechenden Daten benutzt und umsetzt. Nur selten sind wir uns der Datenmenge und Geschwindigkeit bewusst, mit der wir es hier täglich zu tun haben. Wie ginge es Ihnen zum Beispiel an einem neuen Arbeitsplatz? Wie viele Daten mussten Ihre Kollegen Ihnen vermitteln, damit Sie gut orientiert waren.

Wenn wir z.B. eine Autopanne haben und Hilfe brauchen, denken wir blitzschnell: «Ist es gefährlich, hier stehen zu bleiben?»; «Ich muss das Warndreieck aufstellen.»; «Was kann der Defekt sein... habe ich vergessen zu tanken? »; «Habe ich das passende Werkzeug dabei?»; «Wie ist die Nummer vom Pannendienst?»
Und sofort haben wir eine ganze Reihe von Daten zur Verfügung, die der analytische Verstand uns präsentiert und mit denen wir bewusst denken und sie zu Lösungen kombinieren können. Viele Denkprozesse erfordern eine gewisse Zeit, um sich zu erinnern und die verschiedenen Daten auszuwerten. Wir haben eine ziemlich gute Kontrolle über das, was in solchen Momenten geschieht, wir nehmen bewusst wahr, treffen eine bewusste Entscheidung und handeln bewusst.

Um sinnvoll und bewusst handeln zu können, braucht der Mensch Daten in Form von Erinnerungen und Wahrnehmungen, sowie Kreativität.

Ohne kreatives Üben wird das Lernen zu einem stumpfen Einpauken von Sätzen, Formeln oder Vokabeln. Nur durch sinnvolles Lernen, das auf ein Tun abzielt, wird das neue Wissen wirklich im analytischen Verstand integriert. Beim Lernen einer neuen Tätigkeit wird der Verstand mit riesigen Datenmengen gefüttert. Er analysiert und verknüpft sie. Durch gründliches Üben werden schließlich Fertigkeiten erworben, die im Idealfall ohne viel Nachdenken angewandt werden können.

Der analytische Verstand macht es uns also möglich, Erinnerungen und Erfahrungen intelligent zu verwalten und so die Probleme des Alltags zu lösen. Der analytische Verstand agiert, seine Handlungen basieren auf wirklichen Beobachtungen, die er gemacht hat und er entscheidet, was zu tun ist.

So weit so gut – aber wie kommt es, dass wir unseren analytischen Verstand nicht immer in einer Weise benützen können, die uns zugute kommt? Was steckt dahinter, dass wir manchmal Situationen buchstäblich ausgeliefert sind und unsere Handlungsfähigkeit beeinträchtigt wird? Hier kommt der reaktive Verstand ins Spiel, mit dem wir uns nun befassen.

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Der reaktive Verstand