Die Motivation zum Leben

Das, was uns alle antreibt, ist Überleben! Und Überleben bedeutet für uns Fortdauer von Dingen oder Zuständen, die wir behalten möchten, auch wenn es «nur» um das Lieblingsstofftier der kleinen Tochter, das 12 Jahre alte Auto, mit dem so viele Erinnerungen verbunden sind, oder die kriselnde Ehe des Arbeitskollegen geht. Wenn irgend etwas, das wir gern hatten oder mit dem wir emotional verbunden waren, verschwindet, erleiden wir einen Verlust. Zwar wäre es nicht besonders bedrohlich, wenn Omas Kaffeekanne zerbricht, wir keine Gehaltserhöhung bekommen oder wenn unser Kind eine schlechte Note in Geschichte bekäme. Aber für uns persönlich bedeutet es eine Einschränkung unserer Überlebensfähigkeit. Demgegenüber stehen positive Erfahrungen: wie lebendig fühlen Sie sich, wenn Sie frisch verliebt sind, wenn Sie eine schöne Gehaltserhöhung bekommen oder wenn sich ein Freund bei Ihnen für Ihre Hilfe bedankt. Belohnt wird der Selbsterhaltungstrieb, gefühlt wird glücklich sein.

Unsere Stimmung hängt also sehr davon ab, ob sich überlebensfreundliche oder überlebensfeindliche Dinge in unserer Umgebung befinden. Die Umgebung wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen, denn die Wahrnehmung der objektiven Umgebung kombiniert sich mit den Erfahrungen und Schlussfolgerungen der Vergangenheit.


Und betrachten Sie dies:

All dies hat mit Überleben zu tun, mit ihrem Überleben und dem Überleben von allem, was ihnen lieb ist – von ihrem eigenen Körper über das Wohlergehen Ihrer Freunde bis hin zu den verblichenen Photos Ihrer Großeltern. Von all diesen Dingen möchten wir also, dass sie fortbestehen, dass sie «überleben».

Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie stark dieser Überlebensdrang beim Menschen, aber auch in der Pflanzen- und Tierwelt, zum Tragen kommt. Die Pflanze, die sich durch den Asphalt hindurch an die Sonne drängt, die Anpassungen, die Menschen wie auch Tiere durchlaufen, um überleben zu können, wenn ihre Umwelt sich verändert, sind von solch einer Vielfältigkeit, dass wir oft darüber staunen. Wir alle versuchen tagtäglich, unser Leben und unser Verhalten auf ein möglichst optimales Überleben auszurichten und unser Verstand arbeitet fieberhaft daran, möglichst gute Lösungen für auftretende Probleme zu finden, die das Überleben behindern könnten.

Gerade der reaktive Verstand (die Regionen, die für unsere Emotionen zuständig sind), hat als oberstes Prinzip Überleben, doch bedient er dieses Prinzip auf eine andere Art und Weise, die Ihnen, dem geistigen Wesen, die Entscheidungsfreiheit nimmt. Entscheidungen treffen wir mit dem Verstand, angesiedelt in der jungen Gehirnregion, dem Frontalcortex, unserem Wachbewusstsein, unserer Ratio.

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Der Verstand